News | 8.10.2026

francis für Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit 2026 nominiert

65 Projekte aus ganz Österreich wurden eingereicht, sieben hat die Fachjury nominiert – eines davon ist francis. Gewürdigt wird ein Haus, das nicht abgerissen, sondern weitergebaut wurde.

Konversion statt Abriss

Das ehemalige Bank Austria Gebäude aus den 1970er-Jahren wurde weitgehend erhalten, gezielt zurückgebaut und um zwei Geschosse aufgestockt. Die Aufstockung ist zurückgestaffelt und folgt der Kontur des Bestands. Gegenüber Abriss und Neubau wurden so rund 18.625 Tonnen CO₂-Äquivalente vermieden.

 

Neue Hülle, neue Wege

Die frühere Spiegelglasfassade wich einer seidenmatten Edelstahlhülle mit feiner Prägung. Der außenliegende Sonnenschutz liegt kaum sichtbar und windgeschützt hinter rahmenlosen Prallglasscheiben. Wärme und Kälte kommen aus Fernwärme und -kälte.

Neue Durchwegungen verbinden bislang getrennte Teile des Grätzls. Die Sockelzone ist geöffnet und barrierefrei zugänglich, dazu kommen Gastronomie und Terrassen. Zentral ist die Plaza im Innenhof, rund neun Meter über den Gleisen des Franz-Josef-Bahnhofs. 600 neue Fahrradstellplätze ergänzen die Anbindung an Bahn, U-Bahn und Straßenbahn.

 

Der Staatspreis

Der Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit wird seit 2006 vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus im Rahmen von klimaaktiv vergeben, heuer zum neunten Mal. Bewertet werden die architektonisch-städtebauliche Qualität inklusive Standort, Verdichtung und Mobilität genauso wie die Nachhaltigkeit nach dem klimaaktiv Gebäudestandard – von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien über Baustoffe und Kreislauffähigkeit bis zu sozialer Qualität und Wirtschaftlichkeit. 

Die sechsköpfige Jury wählte aus 65 Einreichungen 13 Projekte aus, besichtigte sie vor Ort und nominierte schließlich sieben. „Architektur und Nachhaltigkeit werden immer mehr als selbstverständliche Einheit gedacht“, so Juryvorsitzender Matthias Hein.

 

Planung

Geplant wurde francis von Delugan Meissl Associated Architects und Josef Weichenberger Architects – gemeinsam mit einem breiten Team aus Fachplaner:innen.

Die Preisträger:innen des Staatspreises Architektur und Nachhaltigkeit werden im November bei einer feierlichen Verleihung in Wien bekanntgegeben.